
3 Fragen,
3 Anworten.
Torsten Schulze
PHÄNOMENTA Lüdenscheid
Allgemein kann man nur allen Beteiligten gratulieren, dass sie gemeinschaftlich so ein Mammutprojekt gestemmt und in vergleichsweise kurzer Zeit umgesetzt haben. Respekt, dass die Planer bei dem öffentlichen Druck die Nerven behalten haben und Planungssicherheit vor Aktionismus gesetzt haben. Die Region liegt irgendwo zwischen Dornröschenschlaf, Winterdepression und Riesen-Versteckspiel und wartet nur auf den Impuls, wieder aktiv und mutig zu sein. Die Brückenöffnung konnte so eine Initialzündung sein, positive Signale zu senden. Wir können aber nur davon profitieren, wenn wir auch mittelfristig an einer Kommunikations- und Aktionsstrategie arbeiten, denn seit vier Jahren höre ich täglich im Radio: „Fahrt nicht nach Lüdenscheid. Umfahrt über Köln großräumig die Region.“
„ByeByeBye!”
Was werden Sie als Unternehmen oder als Mensch garantiert NICHT vermissen, wenn die Brücke nach der vierjährigen Sperrung endlich wieder geöffnet ist? Gibt es etwas, das Sie getrost, hochoffiziell und/oder mit einem Augenzwinkern verabschieden möchten? (Alternativ: Worauf freuen Sie sich jetzt, wo die Brücke geöffnet wird, am meisten?)
Privat mache ich als Berufspendler, der vier Jahre aus Dortmund kommend 2x täglich staugeplagt war, drei Kreuze: Byebye Kummerspeck wegen der vielen Süßigkeiten im Stau. Byebye Blasendruck, wenn der Morgenkaffee seinen Tribut forderte und der Blick auf Google Maps das Volmetal nach einer Tankstelle scannte. Byebye Familientress, weil ich eigentlich „früh Feierabend“ machen sollte und dann verkehrsbedingt doch wieder zu spät kam. Byebye Schweissperlen auf der Stirn, wenn ich auf den kleinsten Umgehungs- und Umfahrungsstrassen mit Bauern, HSK-Kennzeichen und Flixbus konkurrierte. Byebye Punkte in Flensburg, den auch nach vier Jahren konnte ich mich an die Zone 30 in Rummenohl nicht gewöhnen.
„Blüten der Krise“
Ist in der Zeit der Brückensperrung vielleicht auch etwas GUTES entstanden? In Ihrem Unternehmen, in Ihrem eigenen Leben? Haben Sie etwas gelernt, etwas probiert, etwas erfunden? Ein Problem kreativ und gut gelöst?
Das PHÄNOMENTA-Team ist in den Krisenzeiten näher zusammengerückt. Wir haben für uns festgelegt, dass unser USP nicht Größe oder Modernität und Technik ist, sondern Freundlichkeit, persönliche Ansprache und der Servicegedanke. Wer schon staugeplagt in unserem Science-Center ankommt, ist schnell entwaffnet, wenn er mit einem Lächeln und warmen Worten begrüßt wird. Die Krise (und die gähnende Leere innerhalb der Woche) hat dazu geführt, dass man nur als Team weiterkommt. Lüdenscheid und die PHÄNOMENTA sind toll. Man muss es nur hinreichend erklären (oder zwei Mal hinsehen).
Auch im Stadtbild sind die Akteure näher zusammengerückt. Die unterschiedlichen Vereine, städtische Organisationen und Interessensverbände sind durch die Krise aufeinander zugegangen und haben gemeinsame Interessen, Ziele und Lösungsstrategien entwickelt. Diese „neue Harmonie“ ist eine solide Basis für weitere gemeinsame Aktivitäten.
„Wünsch Dir was”
Ihr Wunsch an Land & Bund: Was ist jetzt für Südwestfalen wichtig?